eine freundin von mir hatte mir diese stadt empfohlen. dort sollte es einer der schönsten kreml geben. gabs auch. sonst aber nichts. wirklich nichts. stundenlang bin ich durch die strassen geschlendert, ohne einen supermarkt oder restaurant zu finden. dafür habe ich etwa zwanzig hochzeiten gesehen. in russland wird glaub ich minütlich geheiratet. in jeder stadt sieht man täglich dutzende hochzeiten. und das wichtigste bei der hochzeit: eine kitschige limousine mit überdimensionalen brautringen auf dem dach. dann werden jeweils auch schlösser an einer berühmten brücke in jeder stadt befestigt, als zeichen der ewigen liebe...


am abend bin ich dann zum glück schon wieder weitergefahren. dieses mal nicht in einem 4er coupé, sondern platzkart. das heisst, mit 53 anderen menschen in einem zugabteil schlafen und sich ein bett teilen. ich hatte extremen respekt davor. stellte mir vor, etwa 30 schnarchende männer um mich herum zu haben. aber es war überhaupt nicht so. habe selten so gut geschlafen wie in dieser nacht.
auf jeden fall bin ich dann morgens um 6.00 uhr in yekaterinburg angekommen. nachdem mich der taxifahrer übers ohr gehauen hat und für eine fahrt von fünf minuten 500 rubel (mehr wie 10 franken) verlangt hat, bin ich im hostel angekommen. und endlich habe ich dann touristen getroffen. das hat richtig gut getan, wieder mal deutsch sprechen und sich über die reiseerfahrungen austauschen zu können. und vor allem war es auch günstig, da ich mich zwei exkursionen anschliessen konnte, die sonst für mich allein viel zu teuer gewesen wären.
heute bin ich zum beispiel mit zwei schweizern zu einem symbolischen monument gefahren, wo asien und europa aufeinander treffen. nichts spezielles, aber es hat trotzdem viel spass gemacht, blöde fotos auf diesem monument zu schiessen und das gefühl zu haben, mit einem fuss in asien und mit dem anderen fuss in europa zu sein. :-) auch auf den strassen merke ich jetzt definitiv, dass ich nicht mehr in sibirien bin: audis, porsches, ikea, mcdonalds, obi baumarkt...

am nachmittag bin ich dann in die stadt und habe mir in einem restaurant ein total leckeres tiramisu gegönnt. und natürlich ist mir hier auch wieder mal was ganz peinliches passiert. die kellnerin hat mich gefragt, woher ich komme. es dauerte nicht eine minute, stand bei mir auf dem tisch eine kleine schweizerflagge. super, ich wurde schon beim reinkommen als tourist entlarvt, aber dann noch offiziell den touristenstempel zu bekommen, war doch recht peinlich.
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