Donnerstag, 28. Mai 2009

vollkommenheit

endlich komme ich wieder mal dazu, meinen blog zu aktualisieren. die letzten tage waren unbeschreiblich. am samstag morgen machten wir uns auf den weg auf die insel olchon. diese insel liegt ziemlich genau in der mitte zwischen der süd- und der nordspitze des baikalsees. begleitet wurden wir von zoja (gastmutter von anna) und nina (freundin von zoja). doch bereits im bus lernten wir eine deutsche familie sowie drei junge engländer kennen. nach sechs stunden busfahrt kamen wir dann endlich in chuschir an, dem hauptort der insel. und ich kann es kaum in worte fassen, was uns da erwartete. hügelige steppenlandschaft. schroffe steilküsten. helle kiefernwälder. weisse sandstrände. die insel strahlt eine magische anziehungskraft aus und man hat das gefühl, mit sich und der umwelt im gleichgewicht zu sein.

leider war dann unsere unterkunft nicht mehr so prächtig, dass ich hier keine worte finde. überall stand müll herum. steinharte betten. chaos pur. und wir die einzigen gäste. alle anderen touristen war in einem genialen hostel ein paar kilometer von uns entfernt. aber es war dann schlussendlich doch sehr amüsant. am abend sassen wir dann alle zusammen und haben rohen fisch gegessen, wodka getrunken und gesungen. und am nächsten tag machten wir dann einen ausflug zur nordspitze der insel. was für eine fahrt. nichts für schwache nerven. denn strassen gibt es auf olchon nur im hauptort. toller ausflug.

am abend haben wir uns dann mit den anderen touristen verabredet und einen gemütlichen wodka-abend verbracht. am nächsten tag wollten wir dann reiten gehen. auch mich hat der übermut gepackt und ich bin auf ein pferd gestiegen. zwei minuten später dann wieder runter. tja... es sind halt wildpferde und für reiter ohne erfahrung nicht geeignet. aber im nachhinein bin ich unendlich glücklich darüber. einerseits, weil ich jetzt noch lebe und andererseits, weil ich eine deutsche dame und ihre lebensgeschichte kennenlernen durfte. ihr vater war zur zeit des zweiten weltkrieges arzt und musste so auch in den krieg ziehen, obwohl seine familie eigentlich gegen das hitler-regime war. leider weiss ich jetzt nicht mehr genau wieso, aber ihr vater wurde dann nach sibirien geschickt und musste hier vier jahre als arzt dienen. als er wieder zurück nach deutschland konnte, gaben ihm die gefangenen in sibirien geheime informationen mit auf dem weg. ein patient, dem er das leben gerettet hatte, hat ihn verpfiffen und er wurde an der grenze aufgehalten und wieder zurück nach sibirien deportiert. zuerst lautete das urteil todesstrafe, die dann aber in eine lebenslange haftstrafe umgewandelt wurde. als der krieg vorbei war, durfte der familienvater wieder zurück nach deutschland. nach elf jahren. und nun studiert die enkelin dieses mannes in russland. für die noch lebende grossmutter ein grosser schock, hat sie doch ein sehr zwiespältiges verhältnis zu russland. verständlich.

später gingen wir dann wieder zum anderen hostel, wo wir wieder einen tollen wodka-abend verbracht haben. mit engländern über gott und die welt philosophiert, mit russen gesungen, mit deutschen tgau sepp gespielt... und am nächsten tag wieder zurück nach irkustk gefahren. mit schlafmangel und wodka im blut im handgepäck.

am dienstag kamen dann auch die engländer nach irkutsk und wir haben ihnen dann noch ein wenig die stadt gezeigt und die letzten tage revue passieren lassen. was bleibt von olchon zurück: die erinnerung an eine unberührte natur, fantastische begegnungen mit fantastischen menschen, neue freundschaften.

PS: vom russischen wodka bekommt man keine kopfschmerzen.











2 Kommentare:

  1. hmmm, ais té begia schon stada igneda a tgavagl? :-) iu seregorda vage...
    quels pèschs... as ruis giu el tgau e lu magliau quai uschéa? wuuaaah....
    salids mary ;-)

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  2. gie, e té sas gie scu quei era stau. erel gie dada giu dalla suleika perquei tgella veva entschiet ain ad ir spert :-) schliatas regurdientschas...

    jep, simplamein magliau quel uschea. echt mega bien. sas crai! ju sun gie tuttina ualti heicla... aber quei pèsch è simplamein genials.

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